Tempo 30

Sonderfall Gemeinde Weichering

(Bezug: Artikel „Von Tempo 30 in Weichering wird abgeraten“ in der Augsburger Allgemeinen vom 28.10.2020)

Laut der Stellungnahme von LRA und Polizei zur Verkehrsschau besteht keine Veranlassung für eine innerörtliche Geschwindigkeitsreduzierung. Begründung: 85 % fahren regelkonform – d. h. 15 % dürfen fahren wie sie wollen! Das ist nichts anderes als eine Kapitulation vor Rasern – man legt die Hände in den Schoß und überlässt die verantwortungsbewusste Mehrheit dem Risiko!
Ich frage die an der Verkehrsschau Teilnehmenden aus den Behörden:
Weshalb ist in den allermeisten anderen Gemeinden Tempo 30 Normalität? Hat z. B. Bruck andere Straßen, andere Verkehrsaufkommen, andere Geschwindigkeitswerte?
Ist Ihnen nicht bekannt, dass bereits bei Tempo 50 die Wahrscheinlichkeit als Fußgänger zu Tode zu kommen 12 mal höher ist als bei Tempo 30? Es sind deshalb bereits die 50 km/h in den Siedlungsbereichen zu schnell! Bei den gemessenen Geschwindigkeiten von 70 bis über 110 km/h geht die Überlebenschance gegen Null (Uni Duisburg Essen)!
Haben Sie sich nicht die Straßen angesehen, die kurvenreich, mit abgesenkten oder ganz fehlenden Gehwegen bei unzureichenden Sichtweiten die Ortschaft kennzeichnen? An vielen Stellen entspricht das Straßennetz nicht den Richtlinien (RASt06), um Tempo 50 überhaupt rechtfertigen zu können!
Ist Ihnen nicht bekannt, dass Tempo-30-Zonen mit Rechts-vor-Links-Regelung eine Reduzierung der Geschwindigkeit bewirkt? Sind Ihnen die Erfahrungen aus anderen Gemeinden nicht bekannt? Z. B. aktuell in Nassenfels: Es wurde bestätigt, dass die Einführung in Meilenhofen ein Erfolg sei „Seit dies eingeführt wurde, wird langsamer gefahren“ (Marktrat K. Günthner).

Weshalb wird dies alles von den Weicheringer Entscheidungsträgern mehrheitlich(!) seit Jahren ebenso ignoriert, blockiert, abgeschmettert? Weshalb versteckt man sich hinter Stellungnahmen? Die Entscheidungskompetenz für Tempo-30-Zonen liegt bei der Gemeinde (s. § 45 Abs. 1c StVO und Beschlüsse in anderen Gemeinden).

Ein aktueller Antrag auf T30 im Heubruckenweg, wo 90 km/h gemessen wurden, erhält trotz 70 Unterschriften nichteinmal einen eigenen Punkt auf der Tagesordnung und bleibt nur eine Randnotiz mit Verweis auf den Runden Tisch. In dem Artikel steht: .. auf Grundlage der Experteneinschätzung zusammen mit Bürgern zu entscheiden..“ – in den vergangenen 6 Jahren wurde trotz zwei Runden Tischen mit Expertenanhörung noch nicht ein einziges Mal im Sinne der Bürger etwas entschieden oder ihnen zugestanden, obwohl Umfragen zeigen, dass über 90 % Tempo 30 gutheißen. Der 3. Runde Tisch wird sich als Nagelprobe erweisen, ob es allen Ratsmitgliedern und dem Bürgermeister hinsichtlich Beteiligung der Bürger und einer ergebnisoffenen Diskussion wirklich ernst ist.

Wenn sich aber Einer(!) über Tempo 30 in der Windener Str. beschwert, wird die Beschränkung in Frage gestellt – entspricht das einer Demokratie? Aufgrund von gemessenen 110 km/h auf dieser Straße wäre eine konstruktive Diskussion zu möglichen Maßnahmen dringend erforderlich – stattdessen wird auf die unbeliebten Bodenwellen verwiesen, obwohl es noch andere, kostengünstige Möglichkeiten wie eine versetzte, mobile Straßeneinengung gäbe, die erwiesenermaßen eine geschwindigkeitsdämpfende Wirkung hätte.

Man könnte sich noch über Vieles bei diesem Thema echauffieren, aber das würde den Rahmen sprengen.

Steinherr Hans-Jürgen, Weichering, IG Verkehrsberuhigung

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Neuer Flyer – Unsere Themen für Weichering und Lichtenau

Unser neuer Flyer ist da! Gleich hier ansehen:

Flyer 2 - Weichering
Flyer 2 – Grüne Themen für Weichering und Lichtenau

 

Was sind unsere Themen für unsere Gemeinde? Hier sind sie:

TRANSPARENZ SCHAFFEN

  • Demokratie stärken und erlebbar machen!
    • Wir wollen eine Gemeinde, wo konstruktiv kritisierende Bürger*innen auf Wunsch in die Entscheidungsprozesse eingebunden werden und mit anpacken.
    • Wichtige Entscheidungen der Gemeinde sollen im Vorhinein mit den Bürger*innen diskutiert werden und nicht erst dann, wenn das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist.
    • Entscheidungen sollen transparent und nachvollziehbar sein, ohne dass man sich dazu erst ins Rathaus begeben muss.


WENIGER RASEN, MEHR GRÜN

  • Tempo-30-Zonen einrichten
    • 30er-Zonen in allen Siedlungsbereichen
    • bauliche Maßnahmen bei Problembereichen
  • öffentliche Verkehrsmittel besser anbinden
    • Lichtenau: zusätzliche Busverbindungen in Richtung IN
    • Weichering: zusätzliche Agilis-Verbindungen SA+SO
  • Radwege ausbauen
    • Lichtenau: endlich eine Radwege-Anbindung nach Hagau
    • Weichering: Neuburger Straße in Richtung Wasserwerk
    • auch über Lösungen wie farblich markierte Schutzstreifen nachdenken: günstig und effizient
  • wettergeschützte Wartebereiche bei Bus und Bahn
    • Lichtenau: seit Jahren eine Nothaltestelle ohne Schutz und Beleuchtung für unsere Schulkinder
    • Weichering: Warteraum im Bahnhof


ÖKOLOGISCHE ZUKUNFT

  • Grundwasserschutz
    • Grundwasserbelastung durch Löschschaum und Nitrate
    • Wasserqualität Leitnerweiher kontinuierlich messen
  • Lärmschutz
    • B16-Ausbau: vernünftiger Lärmschutz anstelle von Alibiberechnungen
  • Artenschutz
  • nachhaltiges Bauen
  • Blühflächen anstatt Grünflächen
    • Förderung von Blühwiesen auf unbebauten Grundstücken



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